Gymnasium Jüchen


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Erziehungswissenschaft

Die Erziehungswissenschaft beschäftigt sich mit der Erziehung des Menschen.

Damit werden schon zwei Fragen/Probleme aufgeworfen. „Was heißt Erziehung?“ und „was genau macht den Menschen zum Menschen?“. Wenn wir also als Erziehungswissenschaftler die Erziehung von Menschen vor Augen haben, dann müssen wir letztendlich NUR schlüssige Antworten auf diese recht simplen Fragen finden.

Und genau hier beginnt die schwere Reise der Erziehungswissenschaft. Während andere Wissenschaften, wie die Psychologie, Philosophie, Soziologie ,Geschichte und Religion ,deren Erkenntnisse wir teilweise im erziehungswissenschaft- lichen Unterricht nutzen, für sich bereits Antworten gefunden haben, müssen wir feststellen, dass diese Antworten so unterschiedlich sind, dass wir zunächst einmal diese hinterfragen und auswerten lernen müssen, um für jeden Mensch das richtige „Erziehungskon- zept“ zu erstellen.
Wie kompliziert dies sein kann, sei anhand Freuds Vorstellung von der menschlichen Psyche verdeutlicht. Er geht davon aus, dass 95 Prozent des menschliches Handels unbewusst ist und nur 5 Prozent bewusst.“Die Seele ist wie ein Eisberg“...von dem ja auch nur der kleinste Teil über Wasser liegt.
Betrachtet man sich nur diese eine Definition des sehr bekannten Psychoanalytikers Siegmund Freuds , dann wird deutlich, dass hier eine Komplexität des Menschen vorliegt, die wir als Erziehungswissenschaftler anscheinend laut der Wissenschaft der Psychologie zu berücksichtigen haben. Auf was reagiere ich denn dann erzieherisch? Auf das, was ich sehe (Spitze des Eisbergs...) oder auf das, was Freud im Unbe- wussten jedes Menschen vermutet (den größten Teil des Eisbergs unter Wasser..)? Denn genau das macht einen Unterschied in meiner erzie- herischen Handlungsweise. 
Einfacher macht es uns zum Beispiel die Lerntheorie des klassischen Konditionierens. Diese behauptet, dass man mit einem Reiz auf einen Menschen einwirkt und dadurch kontrollieren kann, was als Reaktion darauf gezeigt wird. Egal ist hierbei das, was dazwischen liegt, also was im Menschen vorgeht. Diese Wissenschaft redet von einer sogenannten „black box“ und würde Freuds Verständnis von Seele entgegenhalten, dass das nicht interessiere. Darf uns das deshalb als Erziehungswissenschaftler auch nicht interessieren? Sollten wir einfach nur darauf schauen, wie wir Verhalten verändern, quasi „umerziehen“ können?
An diesen zwei Ausführungen sei bereits die Komplexität unseres Faches hervorgehoben, denn genau um das geht es, wenn sich Schüler für diese Wissenschaft entscheiden: Um das Abwägen von Antworten auf die Fragen „Was ist Erziehung?“ und „Was macht einen Menschen zu einem Menschen“? Und am Ende steht „vielleicht“ ein gutes Gefühl, wie man Menschen erziehen kann oder aber vielleicht auch eine Idee davon, dass man über Erziehung viel mehr nachdenken muss, als nur die „Supernanny“ einzuschalten und dort Tipps zu finden.
 
In der Erziehungswissenschaft wird der Mensch ganzheitlich in seiner Lebenswelt betrachtet und daher müssen auch Themen der Vergangenheit genauso berücksichtigt werden wie die Zukunftsorientierung eines jeden Menschen. Und wenn wir von Menschen reden, müssen wir noch einmal differenzieren und uns überlegen, welche Gruppe, welches Alter, welche Nationalität, welches Ge- schlecht wir von Menschen ansprechen. Daraus ergibt sich das breite Spektrum an Themen, die wir in unserem Fach behandeln,
u.a. Gewaltverhalten von Jugendlichen, Erziehung in der NS-Zeit, Identitätsbildung von He- ranwachsenden, Erziehungsmethoden nach Montessori oder Reggio, bildungstheoretische Aspekte von Lernen und ,und ,und...

Ob das spannend sein kann und was das alles für Schüler bedeutet, fassen betroffene Schüler aus der Oberstufe wie folgt zusammen (hier Zitate von Schülern):
 
„Das Fach EW verhilft zu einer guten Menschenkenntnis und ich finde es interessant, mehr über Erziehung und Entwicklung, auch im Bereich der Psyche zu erfahren.“
 
„Das Fach EW kann im Alltag sehr vorteilhaft sein. Es hilft, das Verhalten anderer Menschen besser einzuschätzen und zu verstehen. Durch den EW-Unterricht verbessert sich also die eigene Empathiefähigkeit und Sozialkompetenzen werden ausgebaut. Des Wei- teren ist Pädagogik ein Fach, in dem Inhalte behandelt und Fähigkeiten vermittelt werden, die in jedem Beruf angewendet werden
können.“
 
„Man erfährt Einiges über richtiges Lernen.“
 
„Wer sich für das Fach EW entscheidet, arbeitet letztendlich mit der eigenen Biografie, was zum Teil neue Einsichten ermöglicht oder vorhandene Annahmen bestätigt.“
 
„ Oft haben wir schon ein Wissen von dem, wie wir als Mensch erzogen wurden. Dieses Wissen, das im EW-Unterricht erweitert und vertieft wird, wird uns auch später helfen, im Berufsleben besser klarzukommen, einerseits, weil wir Handlungen mehr verstehen bzw. reflektieren oder aber, wenn uns pädagogische Berufsbereiche interessieren, indem wir anderen Menschen helfen können.“
 

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